Eine wundervolle Geburt – geplanter KS in der Babyvilla in Klosterneuburg

Check-In am Abend vor dem geplanten Kaiserschnitt. Zwischen 16 und 17:00 Uhr sollte ich da sein.

Angekommen und ich wurde gleich mit Namen begrüßt. Wie bei einen Ceck-In in ein 5-Sterne-Hotel. Ein CTG wurde geschrieben und dann habe ich ein Zimmer bekommen. Ein wirklich schönes Zimmer, etwas altbacken in der Einrichtung aber riesig und echt schön. Versprüht so den Charme einer Klinik auf dem Land aber top ausgestattet.

Man muss quasi nichts mitbringen. Sogar das Nachthemd bekommt man von hier. Ferner gibt es alles für das Baby sowie Handtücher und Badetücher. 

Dann gab es Abendessen vom Buffet (es gibt in der Früh und am Abend Buffet, mittags bekommt man ein Essen gebracht-man kann zwischen 4 verschiedenen wählen) Zudem steht dort ein frei zugänglicher Kaffeeautomat, der neben Kaffee und heißem Wasser sogar Cappuccino und Kakao zubereiten kann.

Ich war duschen und kurz darauf wurde der Zugang für die OP gelegt sowie der Ablauf für den nächsten Tag geplant:

Ab 22 Uhr nichts mehr essen und trinken (Wasser nur Schluckweise). Um 6:00 Uhr soll ich fertig gemacht werden, CTG wird geschrieben und um 7:45 sollte es in den OP. Der einzige geplante Kaiserschnitt für diesen Tag.

Ich versuchte zu schlafen, aber ich war einfach zu aufgeregt und hatte meine Gedanken bei meinen Michi, der die erste Nacht ohne Mama verbringen muss.

Zudem hatte Sebi so getanzt und auf die Blase getreten, dass ich 4x zwischen 23:00 und 5:00 Uhr auf Toilette war.

Um 6:50 Uhr kam eine Schwester, hängte eine Infusion an und gab mir meine OP-Kleidung. Dann folgte noch das letzte CTG.  Um 8:00 Uhr wurde ich abgeholt und in den OP gefahren. Das Team war so nett und super. Dann kam schon der Matthias, meine OP-Betreuungs“schwester“, mein Mann war im grünen Dress, ich hatte das leckere Fläschchen Magensäureneutralisator-Dingsbums getrunken, hatte die Pads auf der Brust und dann auf einmal: HEKTIK!

Ein Notfall kam dazwischen (manuelle Platzentaablösung nach natürlicher Geburt in Vollnarkose) – Also warten. Aber es war OK. Notfälle gehen immer vor und mir tat diese Frau so leid, die gerade ein Kind geboren hat und nun doch operiert werden muss. Sie weinte, als sie reingeschoben wurde und fragte immer wieder, ob sie wieder aufwache. Sie tat mit so unglaublich leid. Ich hätte sie am liebsten gedrückt.

Statt um 8:00 Uhr ging es für mich um ca. 9:00 Uhr in den OP. Immer bei mir, Matthias, meine liebste „OP-Schwester“. Er war so lieb und wundervoll.

Im OP war alles vorbereitet, aber keine Hektik. Alles gechillt. Man achtete darauf, dass ich immer bedeckt war und schon ging es los mit der Spinalen.

Die örtliche Betäubung merkt man leicht, aber da ist die Betäubung beim Zahnarzt unangenehmer -finde ich- … von der Spinalen bekommt man nichts mit  und schon werden Popo und die Beine warm.

Dann erst wurde der Katheter gelegt.

Ganz blöderweise wurde mir sehr schnell sehr schlecht und mein Blutdruck fiel rasch ab. Das ist eine typische Nebenwirkung der Spinalen. Innerhalb von 2 Minuten hatte die Anästhesie meinen Blutdruck und die Übelkeit wieder unter Kontrolle und sie fingen an. Dann durfte auch mein Mann hinzu und bei mir sitzen.

Berührungen spürt man, Schmerzen nicht. Es gab ein Ruckeln und dann ein schreiendes Baby. Mit Wurmi war alles ok (9-10-10) und man begann damit, die Plazenta zu lösen und dann mich wieder zuzunähen.

Mein Mann durfte mit dem kleinen Wurm mit und brachte ihn gleich – in ein Handtuch gewickelt wieder zu mir.

Bestimmt 15-20 Minuten war er bei mir, dann fragte die Hebamme, ob es OK sei, wenn mein Mann und der Zwerg nun ins Kinderzimmer gehen und ihn fertig machen und wir uns dann wieder im Aufwachraum sehen. Klar war das Ok. So 30 Minuten später war ich dann auch fertig und ich wurde in den Aufwachraum verlegt. Ich bekam Schmerzmittel angehängt und warte darauf, meine Beine wieder bewegen zu können. Wieder ca 20 Minuten später darauf kam mein Mann mit dem Wurm und er wurde direkt angelegt. In der Zwischenzeit war mein Mann mit Zwerg übrigens in einer Art Snoozle-Raum für die Väter mit den Neugeborenen. Dort wurde ihm der Wurm auf die Brust gelegt, sodass beide kuscheln konnten.

Der kleine Mann (3.080 gr. und 50 cm) hatte nur eine Windel an und so sollte es den ganzen Tag und auch die Nacht bleiben – sowie die Tage darauf.

Hier wird auf Bonding und Stillen sehr viel Wert gelegt. Im Zimmer wurde dann nur noch Haut an Haut gekuschelt und gestillt.

In der Babyvilla sieht man es gerne und ermutigt auch die Frauen, dass das Baby mit der Mama im selben Bett schläft.

Die Schmerzen sind einfach nur die normalen Kaiserschnittschmerzen an der Narbe – immerhin ist es eine große Bauch-OP und dann die Schmerzen wenn sich die Gebärmutter zusammenzieht. Wie extrem starke Regelschmerzen + Nachwehen.

Aber das vergeht relativ schnell weg. Um 17:00 Uhr, also nach 5,5 Stunden im Zimmer durfte ich mit Hilfe aufstehen. Es wurde nochmal gefragt, ob ich mir zutraue alleine aufzustehen und als ich dies bejahte, wurde der Katheter entfernt und ab diesem Zeitpunkt durfte ich alles selbst machen, also auch den Zwerg wickeln 😍

Geplanter Kaiserschnitt in Klosterneuburg – die Geburtsplanung

Der Termin zur Geburtsplanung (geplante resectio) im Landesklinikum Klosterneuburg:

Zwischen der 25. und 30. SSW meldet man sich im Landesklinikum. Wichtig ist, dass alle Mutter-Kind-Pass -Untersuchungen bis dahin vorliegen müssen und die Ergebnisse des Zuckerbelastungstests und des HIV-Tests sowie der Blutgruppennachweis (in Ösiland ein spezielles Kärtchen, das man überall hin mitnimmt) vorliegen.

Dort redet man allgemein – wird schon gefragt, ob KS oder natürliche Geburt, bekommt die Zimmer gezeigt und einen Termin für das Geburtsplanungsgespräch um die 38. Woche rum.

Mein Termin war 36+6, also Anfang 38. SSW

Die Klinik war fast leergefegt und kaum jemand war da, daher war es auch extrem ruhig.

Hoch in den ersten Stock zum Infoschalter.

Station 1:

Direkt zur Hebamme zum CTG schreiben. In Deutschland gibt es ab der 25. SSW regelmäßig CTG-so alle 4 Wochen. Hier war es das erste CTG der Schwangerschaft. Während des CTG Blutabnahme, die ich gar nicht gespürt habe und den Fragebogen beantworten. Dann noch Blutdruck messen und direkt weiter.

Station 2:

Ultraschall, Lage kontrollieren, Kind schauen, messen und wiegen (geschätzt 51,5 cm und 2.800g).

Durchblutung der Nabelschnur, Fruchtwasser und Plazenta checken und Aufklärung über die Geburt/Kaiserschnitt.

Die Ärztin war so toll. Ich sagte ihr, dass ich eine schlimme erste Geburt hatte mit missglückter Einleitung, Wehentropf mit heftigen Wehen über 19 Stunden aber komplett ohne Muttermundakrivität und schließlich sec. Sectio. Deshalb könne ich mir eine natürliche Geburt nicht mehr vorstellen.

Sie sagte, dass sie das so viele Stunden gar nicht zugelassen hätte. Wenn ne Einleitung nicht die Geburt in Schwung bringe, dann müsse man sofort reagieren, sonst hätte die Frau nur Schmerzen ohne Sinn und Zweck und wenn man zu lange wartet, dann endet es oft im Notkaiserschnitt. Das erste mal hab ich mich verstanden gefühlt.

Dann sagte sie weiter: „Jemandem, der sowas erlebt hat, wurde ich niemals in eine natürliche Geburt drängen, außer sie wollen das unbedingt. Wir machen einen Kaiserschnitt – nur diesmal entspannt und ohne Stress und mit Bondingband.“

Wir redeten weiter und ich sagte ihr, dass ich meinen Großen (2 Jahre) noch stille. Sie meinte: „Ich habe meine bis 3 gestillt, lassen Sie sich nicht einreden, dass es falsch wäre. Es ist das natürlichste überhaupt. Gut, um die Milch wird es jetzt einen Kampf geben, aber das meistern Sie auch. Immer auf den Bauch hören.“

Ich hatte noch nie so eine Ärztin erlebt. Nicht nur offen für meinen Kaiserschnittwunsch. Sie hat mich nochmal bestärkt. Zudem ist sie selbst Normalzeitstillmama  sagt, dass wir einfach auf unser Gefühl hören sollen. Diese Mischung aus Muttergefühl, „die Natur richtet es“ aber auch der Natur nachhelfen mit den medizinischen Möglichkeiten, die wir heute haben fand ich grandios.

Der Kaiserschnitttermin wurde festgelegt und der genaue Ablauf erläutert. Dann ging es mit winzigem Umweg zur Anästhesie.

Station 3:

Die Anmeldung in der Klinik erfolgte.

Station 4:

Die Aufklärung erfolgte durch den Chef-Anästhesisten und war, wie der ganze Vormittag in der Klinik, sehr nett und entspannend.

Ich freue mich, diese Klinik gefunden zu haben.